Worum geht es in der Autismustherapie?

In der Therapie geht es darum, Einschränkungen abzubauen oder zu kompensieren, die mit der individuellen Ausprägung des Autismus einhergehen. Das übergeordnete Ziel ist, Eigenständigkeit aufzubauen und die soziale Teilhabe zu verbessern.

Menschen im Autismus-Spektrum können mehr oder weniger stark im Alltag und in ihrer Teilhabe am gesellschaftlichen Leben eingeschränkt sein. Viele erleben Herausforderungen vor allem beim Umgang mit Reizen oder bei Kommunikation und sozialen Interaktionen.

Häufige Herausforderungen sind zum Beispiel:

  • Reizüberflutung durch Geräusche, Licht oder Berührungen,
  • Stress durch Veränderungen und ungewohnte Situationen,
  • Schwierigkeiten, die Absichten anderer zu deuten.

Oft stehen solche Schwierigkeiten im Vordergrund und können dazu führen, das Autist*innen ihre Potenziale nicht entwickeln können und dass diese von anderen nicht gesehen werden. Dabei können mit Autismus sogar spezifische Stärken einhergehen.

Autismus-spezifische Stärken sind zum Beispiel:

  • hohe Konzentrationsfähigkeit und Ausdauer,
  • ausgeprägter Sinn für logische Zusammenhänge und Strukturen,
  • Fähigkeit, sich umfangreiches Wissen anzueignen.

Die Herausforderungen und Stärken können sich von Person zu Person sehr unterscheiden und unterschiedlich stark ausgeprägt sein, daher spricht man bei Autismus von einem Spektrum.

Was sind die Ziele der Therapie?

In der Therapie geht es darum, Einschränkungen abzubauen oder zu kompensieren, die mit der individuellen Ausprägung des Autismus einhergehen. Gemeinsam mit unseren Klient*innen ermitteln wir, welche Einschränkungen jeweils vorliegen – aber auch, welche Stärken und Ressourcen es gibt.

Auf dieser Grundlage erarbeiten Therapie- bzw. Fördermaßnahmen, die sich an den jeweiligen Bedürfnissen und Möglichkeiten orientieren. Ziel ist, langfristig Eigenständigkeit aufzubauen und die soziale Teilhabe zu verbessern. Dazu gehört auch, positive Perspektiven zu entwickeln.

Schwerpunkte der Therapie sind insbesondere:

  • Stärkung und Aufbau von Ressourcen,
  • Steigerung der Selbstwirksamkeit,
  • inklusive Gestaltung des Umfeldes,
  • Aufbau und die Flexibilisierung von Verhaltensmöglichkeiten,
  • Veränderung dysfunktionaler und einschränkender Verhaltensweisen,
  • Förderung lebenspraktischer Fertigkeiten,
  • Verbesserung des Kommunikations- und Interaktionsverhaltens und
  • Entlastung der Bezugspersonen durch Information, Unterstützung und Anleitung.

Eine frühzeitige Therapie hilft, lebenspraktische Fertigkeiten, langfristige Perspektiven und Eigenständigkeit aufzubauen. Sie beugt außerdem der Entwicklung von psychischen Problemen vor, die im Zusammenhang mit autismusspezifischen Einschränkungen einhergehen können, wie Depressionen, Ängsten oder Zwangsstörungen.